Damen kündigen Abo auf Platz 4 mangels Einstellung in Halbzeit eins nicht auf

RW Ostentrop/Schönholthausen - SpVg Bürbach 6:2 (4:0)

Es war kein Spiel wie jedes andere. Zumindest hätte es das nicht werden sollen. Auch der letzte Akt für das Trainerteam SA und SJ, aber vorerst auch unseren ausscheidenden Rookie Lara war im Rahmen des letzten Endspiels gegen Ostentrop-Schönholthausen mit Hochspannung versehen. In der eigenen Hand hatten unsere Mädels die Verteidigung des 3. Tabellenplatzes. 

Die mögliche Rekordplatzierung wäre ein würdiger Abschluss für alle gewesen, zudem waren auch die Gastgeberinnen verpflichtet, minimal einen Zähler zu verbuchen, um im doch noch mal spannend gewordenen Abstiegskampf auf der ganz sicheren Seite zu bleiben. Die Anfahrt gen Finnentrop/Bamenohl gestaltete sich mit einem kleinen Autokorso doch recht entspannt. Während Sven aufgrund seiner früheren Ankunft die Sonne genoss, führte Rahel die Kolonne zielsicher an.

Ausgestattet mit einem Navigationssystem, dass die ganze spanische Lebensfreude in der männlichen Intonation manifestierte, aber immerhin statt Kommandos wie derecha und izquerda der Deutschen Sprache mächtig war, endete die Reise doch plötzlich recht abrupt vor einer Straßensperre. Daneben trafen wir dann auch auf den fein säuberlich am Seitenstreifen geparkten Schornsteinschen Rookie-Flitzer, auch das muntere Trio hatte die Navigation vorerst in die Falle gelockt.

Den Weg nach Schönholthausen fanden dann an einem wetterlaunigen Tag jedoch alle Spielerinnen. Die Mission war dabei klar. Mit einem letzten Dreier sollte eine ingesamt starke Rückrunde beschlossen und ein Stück Vereinsgeschichte geschrieben werden. Die Voraussetzungen waren bei acht angeschlagenen Spielerinnen, Lara (Erkältung), Yvonne (Achilles), Sarah A (Leiste), Sandra (Zerrung), Marie (Lendenwirbel), Tina (Fuß), Jenni (Erkältung) und Betzi (Zerrung) natürlich in hochgradigem Maße suboptimal.

Darüber hinaus stand keine etatmäßige Torfrau zur Verfügung. Erfreulicher- und dankenswerterweise erklärte sich Ali nach einer Trainingseinheit mit Wilm (Danke dafür!) zwischen die Pfosten. Im zuletzt häufig bewehrten 3-5-2 ging es gegen den Tabellenelften dann bei schwülen und gewittrigen Temperaturen zur Sache. Schnell nahmen die engagierten Gastgeberinnen jedoch das Heft in die Hand, während unsere Farben in den Anfangsminuten Probleme hatten, die Zuordnung zu finden. 

Das größte Problem im ersten Durchgang war aber das klägliche Zweikampfverhalten. Fast durch die Bank weg waren die Mädels stets zwei Meter von ihren Gegenspielerinnen entfernt und so dauerte es nicht lange, bis Ostentrop in Führung ging. Zwar ging TIna nach einer Ecke von rechts mit der Vorgabe, den Ball hinten sicher rauszuschlagen richtig um, doch die Pille rutschte ihr am Fünfer unglücklich über den Schlappen, sodass sie perfekt für Vera Schulte servierte.

Ali bekam zwar aus der knappen Entfernung sogar noch die Arme hoch, aber bei der Wucht gab es einfach nichts zu halten (5.). Nur fünf Minuten später ging es bei Marie leider nicht weiter. Für sie quälte sich dann Betzi mit einer Zerrung in die Partie. 


Auch in der weiteren Folge blieb Ostentrop das deutlich bessere  und willigere Team. Während wir defensiv große Räume offenbarten, mangelte es zunächst überhaupt an Kommunikation. Vor dem zweiten Treffer war es dann bei Sarah W wie zu häufig das Fehlen jedweden Zweikampfverhaltens und als dann auch Lara nicht mehr entscheidend in den Zweikampf kam, verwertete Marie-Theres Müller sicher (18.).


Yvonne nahm dann als Kapitän die Kommunikationszügel in die Hand und steigerte sich im Verlauf von zunächst noch etwas fehlgeleiteter Kommunikation zu ganz klaren Kommandos, aber wenn selbst diese nicht beachtet werden, fühlt man sich ja auch irgendwann verarscht. So wurden teilweise klar über den Platz schallernde Hintermann-Kommandos und Zuordnungen missachtet.

Bei Müllers zweitem Streich zweitem Streich in der 36. Minute agierte Ali im Tor zwar etwas zu passiv und ließ den Ball daher abprallen, aber die Vorwürfe machte sie sich anschließend völlig grundlos. Im weiteren Verlauf zeigte sich Jana nämlich mit zwei starken Fupabwehren und aus der Hand und aus dem Stand richtig guten Abschlägen zu keiner Zeit auch nur im Ansatz schuldig für diese deftige Pleite.

Es blieb in der ersten Halbzeit ein Graus, Abstöße landeten beim Gegner, Freistöße landeten beim Gegner, Ecken und Flanken sowieso, da wir bezeichnenderweise bei hohen Bällen überhaupt keine Bewegung zum Ball hatten und im Vergleich zu den Vorwochen höchst ängstlich agierten. So kam unsere Offensiv nicht zu einer zählbaren Torchance im ersten Durchgang, während Rot-Weiss sogar noch den vierten Streich nachlegte, nachdem der Angriff über den rechten Flügel rollte und Sarah A in der Mitte den Ticken zu weit von Vera Schulte entfernt war (43.).

Albtraumartiger konnte die erste Halbzeit von außen kaum ablaufen. An der Ehre gepackt wurde in der Ansprache verdeutlicht, dass die Messe noch nicht gegessen sei und während seitens der Mannschaft mehrheitlich gebrummelt wurde, nahm wie schon in Sundern in einer schwierigen Situation Kampfzwerg Betzi das Wort in die Hand und brachte es mit einem Satz auf den Punkt: "Leute es kann doch nicht sein, dass wir permanent 2 Meter von den Gegenspielern weg sind und keine Zweikämpfe führen. Das hat mit der Aufstellung überhaupt nichts zu tun".

Den Nagel auf den Kopf getroffen, trafen dann auch die Bürwerinnen die Enscheidung, sich nicht völli sang- und klangos aus der Saison zu verabschieden. So springen wir in die zweite Halbzeit und zur gezerrten Sandra, die zusammen mit der ebenfalls gezerrten Betzi und der überaus engagierten Kirsten, die sogar noch am Wassereimer zwei Gegenspielerinnen bewachte, die beste Leistung ablieferte.

Der in den letzten Wochen unablässig in Topform befindliche WeberTwin brachte eine Ecke in der 51. Minute toll auf den ersten Pfosten, Jana verlängerte dort mit dem Kopf leicht in Richtung zweiter Pfosten. Dort nahm Tina den Ball herunter, schaute und stetze die Pille rechts oben ein. Es war gleichbedeutend Saisontor Nummer 13. Danach drückten unsere Pink Ladies wie bescheuert. Erst marschierte Sandra über rechts in den Strafraum, bekam den Ball jedoch nicht unter, dann folgte eine Szene, die symptomatisch für die vier Überzahlsituationen, die wir in der Folge generierten, herhielt.

Sarah W wurde auf halblinks eingesetzt, zusammen mit TIna und Jana marschierte sie 3 gegen 1 auf das gegnerische Tor und sogar Rahel rückte noch nach. Es dauerte allerdings viel zu lange und der Ball wurde zu verspielt hergeschenkt. Die weiteren Überzahlsituationen wurden von Jana und Tina leider mal zu überhastet mal zu ungenau ausgespielt. Im Ansatz waren aber genug Chancen für einen möglichen Ausgleich vorhanden.

Mitten in unsere Druckphase markierte Müller dann mit einem gut getretenen Freistoß in die linke Ecke (59:) das 1:5 und brach uns so das Genick. Man darf den Mädels zugute halten, dass sie auch in der Folge nicht aufstecken. Viele Mannschaften sind beim Stand von 0:4 klinisch tot und kommen überhaupt nicht zurück. Exemplarisch für bemühten Einsatzwillen kann dann nur Sandra stehen, die zwischenzeitlich irgendwie verwechselt hatte, dass man Finalgon Salbe NICHT zentimeterdick wie Nutella auf ein Crepes auf den Oberschenkel auftragen sollte. 

Den folgenden Brand lief sie zwar mit gequältem Gesicht, aber ohne jedes Zögern bis zur Schlussminute raus. Da wir nun natürlich hinten die Scheunen offen hatten, konterte Vera Schulte noch das etwas glücklich den sechsten Streich mit Hilfe des Innenpfostens herbei (69.). Für die effektiv agierenden Hausdamen war der Saisonabschluss damit perfekt. 

In der 81. Minute zeigte der gute Schiedsrichter Dennis Frank dann noch auf den Punkt, weil Sarah W im Strafraum regelwidrig aufgehalten wurde, kein böses Foul, aber eine vertetbare Entscheidung und wieder zeigte sich die Crux. Wer sich wirklich noch fragt, warum das Torverhältnis so schäbig ist, der werfe ein Blick auf den Willen, ein Elfmeter mal als fast todsicheres Torgeschenk anzunehmen.

Nach einigem Zögern nahm die gefoulte Sarah diese Gelegenheit jedenfalls wahr und erzielte ihren 12. Saisontreffer unten links. Lara wollte leider nicht. Gerade für sie tut es mir leid, dass der Abschied so misslungen ist. Sie hätte mehr verdient gehabt.

WIe fält demnach das Saisonfazit aus? Natürlich überwiegt nach den letzten beiden Spielen die Enttäuschung. Das muss auch so sein. Allerdings waren die Bedingungen in der kompletten Rückrunde angefangen von der schwierigen Wintervorbereitung bis hin zur stetig wechselnden Personalsituation mit vielen Verletzten und Ausfällen in keinem Fall. Dafür haben wir uns wochenlang super bewährt, spielerisch gesteigert, Gegentore reduziert, uns aber gleichwohl leider in den letzten beiden Partien selbst um den Lohn gebracht, da wir in den entscheidenden Partien in alte Muster zurückgefallen sind und so noch nicht reif für Platz 3 waren.

Mit etwas Abstand folgt natürlich an gleicher Stelle noch ein angemessener Abschied und Dank, Für das Erste bedanken Sven und ich mich bei Lara für die tolle Saison mit Dir:)

Außerdem gratulieren wir Ostentrop zum Klassenerhalt, ihr wart sehr nette und hilfsbereite Gastgeber! Natürlich müssen wir auch Salchendorf in einem Nebensatz zum 3. Platz gratulieren. Als Aufsteiger fast 100 Tore zu erzielen, ist eine Marke, das habt ihr uns voraus.

Vor den Mädels liegt jetzt erstmal die Mannschaftsfahrt nach Holland. Viel Spaß dabei,

 

D

Dann folgt der Saisonabschluss. Zeit um zwei überwiegend sehr erfolgreiche Jahre zu feiern. Wer es anders sieht, kann ja zuhause bleiben.

 

Aufstellung: Ali, Lara, Yvonne, Kirsten (50. JennI), Sarah A, Marie (10. Betzi), Sandra, Rahel, Sarah W, Tina, Jana

 
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